­Das Erzgebirge Ratschläge und wissenswerte Angaben.*


Reisezeit: Die günstigste Zeit zum Besuche des Erzgebirges währt von der letzten Mai- oder ersten Juniwoche an, in welcher die Nadelhölzer alle ihre frischen Triebe entwickelt und die Laubhölzer ihren vollen Blätterschmuck entfaltet haben, bis Mitte September. Doch bringen die letzten September- und die beiden ersten Oktoberwochen fast regelmäßig wieder eine ununterbrochene lange Reihe warmer und heiterer Tage, zu kurzen Wanderungen geeignet.
Aber auch der Winter mit seiner herrlichen Schneedecke, seinen phantasieanregenden Schnee- und Rauhfrostbildungen führt an heiteren, kalten Tagen Tausende von Touristen und Wintersportfreunden von Mitte Dezember bis Ende Februar in die Täler und auf die Höhen des Erzgebirges, auf den Fichtel- und Keilberg bei Oberwiesenthal, den Pöhlberg bei Annaberg, den Auersberg bei Eibenstock, nach Kipsdorf, Rittersgrün, Altenberg, Johanngeorgenstadt, Gottesgab, den Mückenberg u. a. Orte. Ende Dezember, zur Silvesterfeier, und im Januar, zur Zeit der Hörnerschlittenfahrten, zählen die das ganze Jahr hindurch trefflich bewirtschafteten Unterkunftshäuser auf dem Fichtel-, Keil-, Auers-, Pöhl-, Mücken- und Pleßberge sowie auf dem Greifenstein oft mehr Besucher als im Juli und August, der Zeit der großen Schulferien. In den Weihnachtsferien ziehen auch die erzgebirgischen Weihnachtsgebräuche und die erzgebirgische Weihnachtskunst viele Freunde der Volkskunde aus dem Niederlande besonders nach Oberwiesenthal, Annaberg, Schneeberg und Zwönitz. Ausflüge nach Annaberg sind das ganze Jahr hindurch lohnend, sofern das Wetter nicht besonders ungünstig ist. Bei den einzelnen Touren sind die als Wintersportplätze beliebten Orte als solche bezeichnet. Wintersportfeste wurden bisher in Annaberg, Oberwiesenthal, Ehrenfriedersdorf, Altenberg, Schellerhau, Kipsdorf, Rittersgrün, Johanngeorgenstadt, St. Joachimsthal, Jöhstadt und Gottesgab abgehalten.

Ausflugsstrecke von der Pension Schmiedeschänke ins Erzgebirge

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Quelle:
Griebens Reiseführer - Band 40
Das Sächsische und Böhmische Erzgebirge
mit Berücksichtigung des mittleren und östlichen Vogtlands.
Seite 5

 Der große Bergsturz zu Altenberg.

Nachdem schon im Jahre 1619 den 10. März und 1. December zwei große Brüche im Altenberger Bergwerke geschehen waren, hat sich den 24. Januar des folgenden Jahres der dritte und größte zugetragen, so daß nicht bloß die schon vorher gewesene Bünge tiefer einging, sondern auch vier Zechen nebst einem Schachte und dem Hause des Bergschmieds Dietze ganz versunken sind. Ob nun wohl der größte Theil der Stadt durch dieses Erdbeben furchtbar erschüttert ward, ist doch der Ort durch Gottes Gnade erhalten worden, auch die meisten versunkenen Bergleute sind nach und nach wunderbar gerettet worden, nur einer ist nicht wieder zu Tage gekommen, nämlich ein alter Bergmann von 79 Jahren, Namens David Eichler (nach Andern Simon Sohr), der aller Warnung ohngeachtet alle Bergvesten (d. h. Pfeiler, die man beim Bauen stehen läßt, um durch sie das ganze Werk zu stützen) nach und nach weggehauen hatte, auch sonst ein gottloser Mensch war und an diesem Tage ohne Gebet und in Teufels Namen eingefahren sein soll.
Hiervon hat man folgenden alten Reim:
Ich George Fröhlich der Alte
Ich wollt überm Bergwerk halte,
Es wolt aber gar nicht sein,
Sondern die Gottlosen fuhren hinein,
Und rissen die Bergvesten ein.
Das ist bewußt der ganzen Gemein.
Gleichwohl ist dieses Unglück nicht ohne Warnung von oben geschehen, denn man hat einige Zeit vorher, wenn die Bergleute früh zwischen 4 und 5 Uhr im Zechenhause ihr Gebet vor dem Einfahren abgewartet hatten, wahrgenommen, daß ein weißes Pferd im vollen Laufe von oben an bis zum Ende der Bünge sprang und alsbald verschwand. Man hat dies auch für eine Warnung angesehen, auch weil zuvor Viele vor dem gemeinschaftlichen Gebet eingefahren, den das Gebet versäumenden Bergleuten zwei Groschen von ihrem Lohne für arme Leute abgezogen, wovon denn das sogenannte Aufrufen gekommen ist. Im Jahre 1729 hat man, wie man das damals Eingestürzte wieder aufzuarbeiten suchte, was jedoch nicht gelungen ist, eine alte Bergmütze von Filz gefunden, die man für die Fahrmütze jenes Eichler gehalten hat.

Das wandernde Haus in Zinnwald.

In dem sächsischen Antheile des böhmischen Bergfleckens Zinnwald steht ohngefähr 50 Schritte von der Grenze ein kleines hölzernes, von einem Bergmann bewohntes Häuschen, an dessen hinterem Deckbalken in der Stube folgender Vers eingeschrieben ist:

Ich bin nun auf Sachsens Boden, Gott Lob
Weil mich mein Wirth, Hans Hirsch, aus Böhmen rüberschob. 1721.

Hiermit hat es folgende Bewandniß.
Als in den Jahren 1716 bis 1728 die protestantischen Einwohner Böhmens der Religion wegen vielfältig beunruhigt wurden, wanderten viele in das benachbarte Sachsen aus, unter andern auch ein armer Bergmann, Namens Hans Hirsch. Weil dieser aber sein nahe an der Grenze stehendes Häuschen nicht gern zurück lassen wollte, hat er dasselbe mit Hilfe seiner Freunde und Nachbarn des Nachts auf Walzen gesetzt und glücklich nach Sachsen herüber practicirt, und zum Gedächtniß obigen Vers in die Stubendecke eingeschnitten.

Ausflugsstrecke von der Pension Schmiedeschänke nach Altenberg und Zinnwald im Erzgebirge

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Quelle:
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen
von Johann Georg Theodor Grässe
Band 1
Seite 210 bis 211
Seite 211 bis 212
Verlag Schönfeld - Zweite verbesserte und vermehrte Auflage 1874

Weitere schöne Ausflugsziele in Sachsen: 
Sächsische Weinstraße

Sächsische Weinstraße ist mit 55 km die kürzeste der sieben bedeutenden deutschen Weinstraßen.
Die Sächsische Weinstraße verläuft rechts der Elbe von Pirna über Wachwitz, Radebeul, Weinböhla, Meißen nach Diesbar-Seußlitz durch das Elbtal. Die Sächsische Weinstraße führt über Landstraßen und Bundesstraßen vorbei an wichtigen Sehenswürdigkeiten der Gegend wie dem Barockgarten Großsedlitz bei Heidenau, Schloss Pillnitz, der Königlichen Weinpresse in Pillnitz, dem Meißner Dom, der Albrechtsburg und der Porzellan-Manufaktur Meißen.
An der Strecke durch das kleinste Weinanbaugebiet von Deutschland liegen etwa 40 Weingüter und Weinrestaurants die Weinproben beim Winzer anbieten.
Jedes Jahr am letzten Augustwochenende finden in Sachsen die Tage des Offen Weingutes statt.

­Weinberg bei Diesbar Seuslitz - Sächsische Weinwanderweg Weinberg bei Meissen - Sächsische Weinwanderweg


Schloss Pillnitz
-im Innern, nur in Abwesenheit der Königlichen Familie zugänglich, Führungen durch den Schlossverwalter, die Kapelle, der Speisesaal mit Fresken von Professor Vogel von Vogelstein,  Kunstmöbel und chinesische Porzellane. Der Schlossgarten, ursprünglich in französischem, chinesisch-japanischem Stile angelegt, ist teilweise in deutsche Anlagen umgewandelt und enthällt eine über 100 Jahre alte, im Freien Lande gezogene Kamelie; unter den Bäumen sind die großen Magnolien, sowie seltene und schöne Koniferen hervorzuheben. Gewächshäuser bieten eine bemerkenswerte Orchideen- und Farnsammlung, im Kuppelhause eine jährlich blühende Dattelpalme; unter den Kalthauspflanzen eine mindestens 200-jährige Banksia serrata.
Der Garten ist in Abwesenheit der Königlichen Familie dem freien Eintritt geöffnet, sonst Führung durch den Schlossportier. Wer die Gewächshäuser besichtigen will, bedarf der Erlaubnis des Hofgärtners und erhält einen Gärtnergehilfen als Führer.